leuphanacampus-2Die 21 Tage sind verstrichen – so viel Zeit bekamen unsere Wettstreiter von Google, um im Rahmen der Google Online Marketing Challenge eine Kampagne aufzuziehen und professionell auszubauen. Diese haben die Leuphana-Studierenden genutzt und aus ihren Beobachtungen Lehren für weitere Schritte gezogen: Kampagnen wurden neu ausgerichtet, Abschlüsse anders gezählt und Keyword-Ausschlüsse an das eigene Thema und das gemessene Suchverhalten angepasst. Damit konnten unsere Teams in der letzten Woche noch einige Conversions einsacken.

Jetzt geht es in die vorletzte Phase: die Post-Campaign Reports. Die Teilnehmer haben jetzt die Aufgabe, ausführlich über ihr strategisches Vorgehen, Schlüsse, die im Laufe der Challenge gezogen wurden und ihre Resultate an Google und ihre Kunden zu berichten. Mit der Abgabe der Reports geben die Teams die Zügel aus der Hand: danach ist die Auswertung der Beiträge durch Google und das internationale Panel aus Akademikern aus verschiedenen Bereichen der Wirtschaft, Informatik und dem Online-Marketing gefragt. Interessant wird es für die Teilnehmer zwischen Juli und August: dann werden die regionalen und globalen Gewinner gekürt.

Zur Erinnerung: Anfang April starteten die Vorbereitungen für die Google Online Marketing Challenge an der Leuphana im Rahmen einer Veranstaltung, die von Adference Co-Gründer Tobias Blask geleitet wird. Studierende der Leuphana gruppierten sich zu Teams, um gemeinsam am weltweiten Wetteifer um die beste Nachwuchs-Kampagne in Google AdWords teilzunehmen.

Mit Gedankenexperimenten zur neuen Sichtweise in der Keyword-Suche

Letzte Ratschläge an die Teilnehmer der Challenge hielt Raphael Pollak vom Berliner Frühphaseninvestor Project  A bereit. “Target ideas, not search terms”, fasste der Senior Online Marketing Manager die Idee zusammen, die er den Studierenden in seinem Vortrag mit auf den Weg gab. Eine kreative Einleitung – zwei Gedankenexperimente sollten deutlich machen, was das in Bezug auf die Keywordsuche bedeutet:

Im ersten Experiment waren die Anwesenden gefragt: sie wurden zunächst gebeten, sich das Wort “Car” vorzustellen, das mentale Bild dann in zwei Begriffe zu fassen und dem Such-Experten anschließend per SMS zuzuschicken. Ziel dieser Übung war es zu zeigen, dass ein Wort als sprachliches Zeichen gleichzeitig einen Ausdruck (“Car”), einen realen Gegenstand (d.h. ein Auto aus Blech und Gummi) und ein mentales Abbild davon (d.h. unsere Vorstellung von einem Auto) bezeichnet (Ogden/Richards 1923). Die 3-teilige Betrachtung eines Wortes entlarvt sich als wertvollen Tipp für die Keyword-Recherche, denn alle 3 Bedeutungsebenen hängen sinnvoll zusammen und liefern damit Hinweise auf nützliche Keywords.

Das zweite Experiment diente dazu, sich mithilfe eines Fotos der Perspektive von Suchenden im Google-Universum bewusst zu werden. Zunächst war nur ein Bildausschnitt in Größe der Google-Suchleiste sichtbar – das Motiv durch den Sehschlitz folglich kaum erkennbar. Genauso erhalten Google-Nutzer nur einen Teil aller für ihre Suchbegriffe in Frage kommenden Werbeanzeigen. Keywords sollten sich daher nur bedingt an Suchbegriffen orientieren und Konzepte über den einzelnen Suchbegriff hinaus miteinbeziehen. Semantische Listen können bspw. Beziehungen zwischen einzelnen Keywords abbilden. Wissen über den Kontext einer Suche kann so berücksichtigt werden, um mehrdeutige Suchanfragen aufzulösen.

Wie auch im ersten Beispiel ging es dem Online-Marketing-Experten darum, übergreifende Konzepte, Vorstellungen und Ideen als Ausgangspunkt für die Kampagnenoptimierung zu erkennen – mit dem Ziel, den Blick vom Konkreten zu lösen und auf die Bindeglieder in der Kampagne zu richten. Die Studierenden haben nun die Gelegenheit, ihre Kampagnen mit dieser frischen Perspektive noch einmal gründlich zu durchdenken und in den Post-Campaign Reports zu analysieren. Wir wünschen ihnen dabei viel Erfolg!